Fallbeispiel Bilal
Erfolgreiche Behandlung bei somatoformen Störungen.
Erfolgreiche Behandlung bei somatoformen Störungen.
Ein wenig hoffnungslos wirkt Bilal im Erstgespräch. Mit leiser Stimme zählt er seine Beschwerden auf. Schmerzen habe er, Kribbeln in den Händen, Taubheitsgefühl und andere neurologische Erscheinungen. Hinzu kämen rheumatische Beschwerden, starke Rückenschmerzen, Erschöpfung und Müdigkeit. Deswegen könne er schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr Arbeiten, berichtet Bilal über seine individuellen Symptome der somatoformen Störung. Er sei deshalb schon mehrfach in Behandlung gewesen, auch im Krankenhaus. Aber man habe keine somatoforme Störung diagnostizieren können. Außerdem sei er seit mehr als zehn Jahren in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Bilal Bozkurt.: »Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass mir jemand helfen kann. Ich wusste auch nicht, wie mir eine psychosoamtische Therapie bei meinen körperlichen Beschwerden helfen soll. Aber tatsächlich war mein Körper eigentlich gesund. Meine Seele war krank.«
»Herr Bozkurt war ein schwerer, aber sehr typischer Fall«, blickt Prof. Dr. Jan Kizilhan. »Er hatte viele und schwerwiegende körperliche Beschwerden. Aber zahlreiche ambulante und stationäre Untersuchungen und Behandlungen konnten weder eine organische Ursache finden, noch konnten die Behandlungen eine Verbesserung herbeiführen.« Es lag also nahe, die Ursachen in der Psyche zu suchen. Leider, so Kizilhan, hätten diese Patienten oft einen jahrelangen Leidensweg hinter sich. Auch Herr Bozkurt musste diesen durchmachen, bevor ihm in der Abteilung für Transkulturelle Psychosomatik geholfen werden konnte. »Auch wenn ich anfangs wenig Hoffnung auf Hilfe hatte, fasste ich schnell Vertrauen zu den Ärzten, Therapeuten und Mitpatienten«, blickt Bilal zurück. »Dabei hat natürlich geholfen, dass ich mich auch auf türkisch unterhalten konnte und in der Klinik vertraute Rituale wie die Teezeremonie stattfinden.« Das Herausarbeiten der Gründe für seine somatoforme Störung sei sehr anstrengend und schmerzhaft, aber auch befreiend gewesen. Rückblickend könne er nur den Kopf darüber schütteln, wie lange er die Signale seiner Seele nicht gehört habe. »Heute bin ich ein anderer Mensch, fühle mich frei und gesund.«
Wir berichten über echte Patientengeschichten. Zum Schutz unserer Patienten haben wir die Namen geändert. Die Personen auf den Fotos sind nicht mit den Patienten in den Geschichten identisch.
"Wir müssen das Vertrauen unserer Patienten gewinnen, um ihnen Vertrauen in sich selbst wecken zu können. Das ist ein steiniger Weg. Aber es lohnt sich, ihn zu gehen."
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Abteilungsleiter
Nach dem zu Beginn der Therapie zunächst sehr viel Arbeit in den Aufbau von Vertrauen investiert werden musste, hat sich Herr Bozkurt immer stärker geöffnet und auch engen Kontakt zu Mitpatienten aufgebaut. Er lernte, seine somatoforme Störung zu verstehen und wurde sich der negativen, aber vor allem der positiven Einflussfaktoren bewusst. Er lernte, mit Konflikten besser umzugehen und entwickelte mit unserer Hilfe Strategien zur Verbesserung seiner Situation. Seiner Ehe gab er eine neue Chance. Mit Entspannungstechniken und auch sportlicher Betätigung konnte er seine Beweglichkeit, die Muskelkoordiniation und Ausdauer deutlich verbessern und so eine spürbare Schmerzreduktion herbeiführen. Bilal Bozkurt hat uns als selbstbewusster Mensch mit gesteigertem Selbstwertgefühl und neuem Lebensmut verlassen.
Psychosomatische Therapie
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